Die Schüler

Die Sufi-Saint-School wird derzeit von rund 360 Schülern besucht. Sie kommen zu 70 % aus sehr armen und armen Familien (monatliches Familieneinkommen: 30-50 Euro) und zu 30 % aus der unteren Mittelschicht (monatliches Familieneinkommen 60 - 100 Euro).

Die Schule besuchen zu dürfen, ist ein Privileg für die Schüler. Einige von ihnen müssen nach Schulschluss noch einer Arbeit nachgehen, um mitzuhelfen, dass ihre Familien den Lebensunterhalt bestreiten können.
40 Prozent der Schüler sind Mädchen, was für Indien, wo häufig nur Jungen die Schule besuchen dürfen, sehr viel ist.

Die meisten Schüler sind Moslems und Hindus, einige sind Sikhs und Jains.
Sie gehören einer großen Vielzahl verschiedener Volksgruppen und Kasten an.
In der Sufi-Saint-School feiern sie gemeinsam ihre religiösen Feste, lernen einander kennen und verstehen und werden Freunde.

Da die Schüler eine Schuluniform tragen, sind die Unterschiede zwischen ihnen nicht sichtbar und spielen normalerweise auch keine Rolle. Die Kinder haben die Ideale der Gleichwertigkeit und des Friedens zwischen den Religionen verinnerlicht. Diese Werte werden in der Schule mit großer Selbstverständlichkeit gelebt.

Dies ist in Anbetracht religiöser Unruhen und dem immer noch gängigen Gefangensein im Kastensystem keine Selbstverständlichkeit. Insbesondere für die Kinder aus der untersten Kaste der Dalits bzw. "Unberührbaren" (aus der etwa ein Viertel der Schüler kommt) sind die Wertschätzung, die sie an der Schule erfahren, und die Perspektiven, die sie durch Bildung bzw. einen Schulabschluss gewinnen, die Befreiung aus einem menschenunwürdigen Leben.


Foto: Sechs Schwestern - alle Schülerinnen der Sufi-Saint-School. Die beiden Ältesten mussten die Schule vorzeitig verlassen, da ihre Eltern sie als Arbeitskräfte für ihre Wäscherei brauchten